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Sicherheitsfaktor Alarmanalge

Videoüberwachung

Die Möglichkeiten der Videoüberwachung sind umfangreich. Die Auswahl des passenden Überwachungssystems stellt den Laien vor enorme Probleme. Analoge oder digitale Videoüberwachung, kabellose oder kabelgebundene Überwachung und die Kameraüberwachung per WLAN, Funk oder über das Stromnetz stehen zur Wahl. Die technischen Alternativen umfassen ein breites Spektrum. Einen einheitlichen Standard für Überwachungssysteme gibt es nicht. Viele Aspekte spielen bei der Systemauswahl eine erhebliche Rolle. Den Sicherheitsfaktor, den die private Videoüberwachung bei Haus und Grundstück oder bei der Überwachung im Gewerbe darstellt, kann nur mit einer genauen Sicherheitsanalyse zielführend sein. Die Kameraüberwachung am Arbeitsplatz oder der Einsatz einer Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf einer Festplatte sollten stets eingehend geprüft werden. Nur unter Einbezug aller relevanten Aspekte sowie der
gesetzlichen Regelungen der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) ist die Voraussetzung für eine verwertbare Videoüberwachung gegeben und der Betreiber bleibt vom Bußgeld verschont.

  1. Arten der Videoüberwachung
  2. Arten von Überwachungskameras
  3. Einsatzgebiete der Videoüberwachung
  4. Rechtsgrundlage der Videoüberwachung

Arten der Videoüberwachung

Bei den Arten der Videoüberwachung wird einzig in ihrer Übertragungsart unterschieden. Es gibt die Möglichkeit das Überwachungssystem mit Kabel zu verbinden oder eine komplett kabellose Videoüberwachung zu installieren. Kabelgebundene Überwachungssysteme werden über das vorhandene Stromnetz oder mittels Netzwerkkabel angeschlossen. Bei der kabellosen Version werden die Signale per Funk oder WLAN übertragen.

Kabellose Videoüberwachung

In intelligenten Überwachungssystemen werden heute digitale Kameras eingesetzt, deren Daten mittels WLAN oder Funk an das entsprechende Endgerät, wie Computer oder Handy übertragen werden. Vorteil dabei sind die Verteilung der Kamerabilder auf mehrere Endgeräte oder die Auswahl verschiedener Kamerabilder auf einem Ausgabegerät. Auch die Dauerbeobachtung auf einem Monitor mit zyklischer Umschaltung auf mehrere Kameras und automatischer Unterbrechung im Alarmfall wird durch die digitale Technologie lösbar.

Videoüberwachung über Funk

Bei der Videoüberwachung über Funk wird die Übertragung der Überwachungsbilder über eine bestimmte Funkfrequenz gesteuert. Natürlich sind hierbei bestimmte Höchstabstände zwischen Sender und Empfänger einzuhalten, bis zu welcher eine Übertragung generell noch möglich ist. Bedeutet daher, dass das Funknetz und damit die Überwachung nur in einem begrenzten Umfeld möglich ist.

Videoüberwachung über WLAN

Überall dort, wo eine nahtlose Überwachung ohne Ausfälle funktionieren muss, ist die Überlegung auf eine WLAN-Übertragung zu setzen sicher nicht sinnvoll. WLAN-Netze sind nicht selten mit kürzeren Ausfällen behaftet. Hierbei kann die Verbindung von der Kamera zum Router oder auch vom Router zum Ausgabemonitor kurzfristig gestört sein. Auch am Router selbst ist ein kurzfristiger Ausfall des WLAN-Netzes nicht selten. Deshalb ist es nicht ratsam diese Technik im gewerblichen Umfeld, wie zum Beispiel bei der Videoüberwachung in Banken, zu verwenden.

Videoüberwachung über Stromnetz

Die Übertragung über das bestehende Stromnetz wird auch Powerline, PowerLAN oder dLAN genannt. Die Daten werden von Steckdose zu Steckdose übermittelt und jeweils im hausinternen Stromnetz für die Übertragung von digitalen Signalen in Analoge umgewandelt und umgekehrt. An das Stromnetz gebundene Überwachungssysteme lassen sich gut mit dem Netzwerk, zum Beispiel bei der Überwachung von Bürogebäuden, verbinden. Gerade bei mehrstöckigen Gebäuden bietet sich die Nutzung der Videoüberwachung über das Stromnetz an.

Kabelgebundene Videoüberwachung

Bei der Art der Videoüberwachung sind unterschiedliche Anbindungs- und Übertragungsmethoden möglich. So auch eine normale Anbindung über Kabel. Konventionelle Videoüberwachungsanlagen bestehen in der Regel aus einer Kamera mit einem Anzeigemonitor. Meist handelt es sich hierbei noch um kabelgebundene analoge Kameras. Es ist aber möglich, diese Bestandskameras mit spezieller Hardware, die Signale digital umwandelt, zu erweitern. So können Daten in das vorhandene Netzwerk eingebunden und zur Überwachungszentrale weitergeleitet werden. Es bedarf dabei keiner zusätzlichen Verkabelung. Intelligente digitale Überwachungssysteme lösen die Analogmethode gegenwärtig jedoch komplett ab. Bei der gewerblichen Überwachung von Tankstellen, Behörden, Betriebsgeländen oder in der Industrie, ist eine kabelgebundene ausfallsichere Übertragung zu empfehlen.

Arten von Überwachungskameras

Die Arten von Überwachungskameras sind ihrem Einsatzgebiet entsprechend strukturiert. Der Markt bietet vielseitige Technologien, die sich in Bildqualität und im Format der Tonaufzeichnung unterscheiden. Für Aufnahmen in Dunkelheit ist die Infrarotkamera und im Brandschutz die Wärmebildkamera nutzbringend. Ob eine Mini-Kamera, eine versteckte Kamera oder eine IP-Kamera zum Einsatz kommen, hängt von den Voraussetzungen und der Planung der Videoüberwachung ab. Auch die fiktive Videoüberwachung mit Attrappe ist möglich. Der Einbau sollte so ausgeführt werden, dass dies von einem Einbrecher nicht erkannt wird und dadurch der Sicherheitsfaktor erhöht wird.

Infrarotkamera

Infrarotkameras sind dazu gedacht, auch in völliger Dunkelheit erkennbare Aufnahmen zu machen, um zum Bespiel Außengelände auch in der Nacht zu überwachen ohne dass eine zusätzliche Ausleuchtung des Geländes nötig wird. Bei der Reichweite für Bilder in Dunkelheit spielen die Farbe des Bildhintergrundes sowie der Reflexionsgrad eine große Rolle. Für eine erfolgreiche Überwachung müssen diese Begebenheiten alle genau aufeinander abgestimmt sein.

PTZ Kamera / Schwenk-Neige Kamera

Die steuerbare PTZ-Kamera (Pan Tilt Zoom – zu Deutsch: schwenken, neigen, zoomen) macht Sinn bei der Anbindung an ständig besetzte Leitstellen mit gezielter Kamerasteuerung. Die Steuerung kann dabei über eine spezielle Tastatur, das sogenannte PTZ-Keyboard oder über eine App mit dem Smartphone oder dem Tablet erfolgen. Auch eine Autotracking-Funktion ist hier möglich. In diesem Fall zoomt die Kamera je nach Programmierung bestimmte Dinge und Begebenheiten direkt an und gibt bei Bildveränderungen eine Alarmierung ab. Zum Einsatz kommen PTZ-Kameras in der Regel im öffentlichen Raum, auf Plätzen, in der Industrie oder in Behörden.

Wärmebildkamera

Die Sichtbarkeit von Wärmestrahlung durch die Erfassung von Temperaturverteilungen auf Gegenständen und Körpern wird Thermografie genannt. Zum Einsatz bei der Videoüberwachung kommen hierbei Wärmebildkameras. Im Baugewerbe und bei der Überwachung in der Industrie werden Wärmebildkameras genutzt, um beispielsweise die Wärmedämmung zu kontrollieren oder Risse in Leitungen zu lokalisieren.

Bulletkamera

Eine sehr robuste Kamerabauform, die hohe Schutzklassen bedient und damit gut für die Überwachung im Außenbereich geeignet ist. Zudem sind sie meist mit Infrarot kombiniert, so dass sie auch Bilder bei Dunkelheit aufnehmen können. Bulletkameras machen standardmäßig eine Full-HD-Auflösung und sind bis 4k UHD-Qualität zu haben. Auch beim Brennweitenbereich sind Bulletkameras mit der größten Auswahl ausgestattet. Damit sind sowohl Nah- als auch Fernbereiche möglich, wie sie beispielsweise für Videoanalysen benötigt werden.

Dome Kamera

Durch die direkte Montage an Wände oder Decken, lassen sich Dome-Kameras nach dem Anbau nicht mehr verstellen. Durch das getönte äußere Glas um die Kamera, ist die fixe Stellung der Kamera aber nur sehr schwer zu erkennen. Mit Dome-Kameras ist eine gut vor Manipulationen geschützte Überwachung möglich. Durch die unterschiedlichen Möglichkeiten bei der Auflösung, können Dome-Kameras perfekt an die Überwachungsumgebung angepasst werden.

IP Kamera

Für den Anschluss über das IT-Netzwerk bieten sich IP-Kameras an. Diese werden dem System mit einer eindeutigen Adresse zugewiesen. Dadurch werden die Kameras ein Teil des IT-Netzwerkes. Alternativ besteht die Möglichkeit für das Videoüberwachungssystem ein eigenes IP-gebundenes Netzwerk einzurichten und dieses dann über einen Switch als Gateway in das bestehende IT-Netz zu integrieren. Ein Vorteil dabei ist, dass Bilder sofort im Netzwerk zur Verfügung stehen und bearbeitet werden können.

Mini Kamera

In der Regel hat eine Mini-Kamera kein Gehäuse. Das Objektiv sitzt direkt auf einer Platine und ist daher für den versteckten Einbau geeignet. Sie haben praktisch überall Platz und benötigen nur eine winzige Öffnung für klare Bilder. Minikameras werden in er Regel zur verdeckten Videoüberwachung herangezogen. Wobei hier die rechtlichen Grundlagen genau beachtet werden müssen.

Versteckte Kamera

Versteckt werden Kameras meist in Rauch- oder Bewegungsmeldern. Bei den eingebauten und versteckten Kameras handelt es sich um Minikameras, die kein eigenes Gehäuse haben und daher gut eingebaut werden können. Auch bei der Aufklärung von Straftaten kommen versteckte Kameras zum Einsatz. Eine dauerhafte Überwachung mit versteckter Kamera ist allerdings nur in bestimmten Einzelfällen zulässig. Hier muss vor der Installation die Gesetzgebung beachtet werden.

WDR Kamera

Die WDR Kamera ist perfekt geeignet für die Überwachung an Tankstellen, denn WDR bedeutet Wide Dynamic Range. Diese Technik gleicht Kontrastbereiche aus. Zu helle Bildbereiche werden verdunkelt und zu dunkle Bildbereiche aufgehellt. Damit sind WDR-Kameras für die Erkennung von reflektierenden Autokennzeichen die beste Überwachungsmethode. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo starke Lichtreflektionen vorkommen.

 

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Einsatzgebiete der Videoüberwachung

Objekt- und Geländeüberwachung, Zugangs- und Zufahrtskontrolle, Brandschutz und Unfallverhütung durch die Beobachtung von Produktions- und Ablaufvorgängen sowie Schutz für Leben und Gesundheit im öffentlichen Raum, dies sind die Hintergründe einer Videoüberwachung. Die Einsatzgebiete der Kameraüberwachung im Außenbereich auf dem Firmengelände, auf Parkplätzen und in Parkhäusern, an der Tankstelle sowie im Einzelhandel oder in der Bank haben unterschiedliche Voraussetzungen. Das Interesse an Schutz und Sicherheit wird aber auch in Bezug auf die private Überwachung der Wohnung immer stärker. Dieser private Einbruchschutz wird teileweise sogar vom Staat gefördert.

Als Präventionsmaßnahme, zur Überwachung oder Beweisführung, zur Erkennung von Auffälligkeiten oder Störungen und zur nachträglichen Identifizierung und Überprüfung von Verdachtsfällen kann Videoüberwachung eingesetzt werden. Um Einrichtungen, egal ob Unternehmen, Privat oder öffentlich vor Sachbeschädigungen, Einbruch und Diebstahl zu schützen bzw. Vorfälle schnellstmöglich aufzuklären, ist eine intelligente Videoüberwachungsanlage notwendig. Wie komplex das Thema Videoüberwachung ist, machen die unterschiedlichen Einsatzgebiete und die technische Vielfalt deutlich.

Videoüberwachung im Gewerbe

Zur effektiven, zielführenden und rechtssicheren Beobachtung, Aufzeichnung und Auswertung ist es wichtig im Vorfeld eine Sicherheitsanalyse mit genauer Planung für die Videoüberwachung aufzustellen. Denn ohne die für das Einsatzgebiet entsprechende Technik sowie die passende Rechtsgrundlage der Videoüberwachung sind Identifizierung, Lokalisierung und das Erkennen von Regelabweichungen nicht zielorientiert realisierbar. Nur mit klaren Bildern, sichtbaren Erkennungsmerkmalen und passgenauen Bildabfolgen sowie der rechtlichen Absicherung werden Täter enttarnt oder es kann auf Brand- oder Unfallgefahren sofort reagiert werden.

Die intelligente Videoüberwachung bietet zudem die Verbindung mit anderen Systemen und Bediengeräten wie Gebäudemanagement, Alarmanlagen oder Zutrittskontrollanlagen und unterstützt eine Anbindung an die Leitstelle. Durch die Übermittlung der Daten von der Videoüberwachungsanlage in ein Netzwerk ist auch eine Weiterleitung über verschlüsselte und gesicherte Verbindungen ins Internet realisierbar. Somit ist eine unbegrenzte globale Vernetzung sowie eine standortunabhängige Überwachung umsetzbar.

Videoüberwachung am Arbeitsplatz

Für die Überwachung am Arbeitsplatz gibt es klare gesetzliche Richtlinien. Mitarbeiter in Büros dürfen nicht einfach überwacht werden. Doch nicht immer ist der Hintergrund einer Videoüberwachung am Arbeitsplatz der, ausschließlich Mitarbeiter zu kontrollieren und zu beobachten. Viele Arbeitsplätze gehören auch in eine bestimmte sicherheitsrelevante Kategorie. Bei der Videoüberwachung in Museen beispielsweise oder wenn es sich schlicht um die Sicherheit der Arbeitnehmer, wie zum Beispiel in Laboren, sterilen Reinräumen oder ähnlichen Arbeitsplätzen handelt. Für eine Videoüberwachung am Arbeitsplatz sollten im Vorfeld auf jedem Fall die vielen gesetzlichen Vorgaben beachtet werden.

Videoüberwachung in der Industrie

Hintergrund für die Videoüberwachung in der Industrie ist in der Regel die Sicherheit von Personal und Firma. Hierbei kann es sich um die Überwachung von Hitzeentwicklung mit Wärmebildkameras handeln oder um die Überwachung von gefährlichen Arbeitsschritten. Arbeitssicherheit und der Schutz vor Spionage, Einbruch und Vandalismus sind industrielle Überwachungsthemen. Je nach Einsatzart kommen ganz unterschiedliche Kameraarten in Frage. Wichtig ist hier die Ausarbeitung einer detaillierten Sicherheitsanalyse, um den gewünschten Schutz tatsächlich auch realisieren zu können. Spezielle Bereiche und Voraussetzungen erfordern spezifische Maßnahmen und unterschiedliche Technik.

Videoüberwachung im Einzelhandel

Klassisch für die Videoüberwachung im Einzelhandel sind in der Regel die reine Diebstahlsicherung sowie die Objektsicherheit. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Bekleidungsgeschäft, den Lebensmittelhandel, eine Drogerie oder ein größeres Kaufhaus handelt. Unterschiedliche Arten von Videokameras bieten dem Ladenbesitzer ganz individuell eine vielfältige Unterstützung bei der Sicherung seines Geschäfts. Kunden-, Mitarbeiter- und Objektsicherheit sowie Unfall- und Brandschutz erfordern moderne und intelligente Videoüberwachungssysteme, die sich nach den jeweiligen örtlichen Begebenheiten richten.

Videoüberwachung an der Tankstelle

Bestens geeignet für den Einsatz zur Videoüberwachung an Tankstellen ist ein Überwachungssystem mit Videokameras, die Wide Dynamic Range unterstützen. Die sogenannten WDR-Kameras gleichen die Kontrastunterschiede bei der Erkennung von Nummernschildern perfekt aus. Benzindiebstahl wird so an jeder Tankstelle erkannt und kann verfolgt werden. Generell gilt aber, grundsätzlich muss jede Videoüberwachung mit einem Hinweisschild angezeigt werden. Auch für die Beschilderung der Videoüberwachung gibt es rechtliche Vorgaben.

Videoüberwachung in der Bank

Bei der Videoüberwachung in Banken ist es wichtig auf die korrekte Anordnung, Lichteinwirkung und den perfekten Winkel zu achten. Zudem sollte die Auflösung der Kamera passend für eine hohe Bildqualität sein. Nur so können im Notfall tatsächlich winzige Erkennungsmerkmale zum Aufspüren des Täters führen. Weiter sollte das Überwachungssystem eine stabile Verbindung verfügen, die ständig und ohne Ausfälle funktioniert. Daher bietet sich eher eine kabelgebundene Überwachungsart an, als eine Überwachung über WLAN.

Videoüberwachung in der Gastronomie

Da Gaststätten zum öffentlichen Raum zählen, ist eine generelle Überwachung normalerweise nicht zugelassen. Hier gehen in der Regel die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen vor. Für eine Erlaubnis zur Überwachung muss es sich nachweislich um die nachvollziehbare Abwehr von Gefahren handeln. Dies kann beispielsweise in einigen Hotelbereichen der Fall sein. Was erlaubt ist, ist die Objektüberwachung, vor allem in den Schließzeiten. Da es sich hier um helle Tageszeiten und auch die Überwachung in der Nacht handelt, sollte die Auswahl der Kameraart genau durchdacht werden. Eine reine Infrarotkamera ist hier sicher nicht zielführend. Besser fährt der Gastronom mit einer Kameraart, die sowohl bei Helligkeit, als auch in der Dunkelheit gute Bilder erstellt.

Private Videoüberwachung

Nicht nur die technische Ausrichtung der Kamera ist von entscheidendem Einfluss, sondern auch der korrekte Blickwinkel in Bezug auf Standortauswahl und wechselndem Lichteinfall. Der Profi kennt die wirksame Beziehung zwischen horizontalem Blickwinkel, Objektbreite, Sensorgröße und Brennweite und findet so den optimalen Standort für die Montage der Überwachungskamera. Eine Definition der Aufgabenstellung unter Berücksichtigung aller objektspezifischen Besonderheiten dient als Basis für die einzusetzende Hardware sowie die Auswahl der Übertragungsart. Je nach Einsatzbereich unterscheiden sich Methoden und Technik auch bei der privaten Videoüberwachung. Zudem sind viele rechtliche Aspekte zu bedenken.

Videoüberwachung draußen

Um das private Grundstück, den Garten und den Zugang zum eigenen Haus zu überwachen und somit für Einbruchsicherheit zu sorgen, bekommt der Eigentümer einen Zuschuss vom Staat. Allerdings müssen auch hier Vorgaben beachtet werden, die gesetzlich geregelt sind. Nicht alles, was Sinn macht oder wünschenswert ist, ist auch erlaubt. Zum Beispiel müssen sich die überwachten Bereiche auf das private Umfeld begrenzen. Um evtl. weiterreichende Aufnahmen zu verhindern, sollte hier besser auf schwenkbare Kameras verzichtet werden.
Die Strafen bei Missachtung sowie mögliche Schadensersatzzahlungen können sich sehr empfindlich auswirken, daher ist es sicherer und am Ende zudem günstiger, auch im privaten Bereich einen Profi zu Rate zu ziehen. Wer nun an eine Attrappe denkt, um Einbrecher abzuschrecken, sollte ebenfalls Vorsicht walten lassen. Einige Gerichte haben bereits Kameraattrappen als unzulässig erklärt.

Videoüberwachung im Garten

Die Überwachung im Garten stellt überhaupt kein Problem dar, solange die Videokamera nur die privaten Bereiche filmt. Also die Bereiche, die außer dem Besitzer selbst keiner nutzen darf oder kann. Der Eigentümer muss darauf Acht geben, dass keine Aufnahmen vom Nachbargrundstück oder öffentlichen Zugangswegen gemacht werden. Auch die Art der Kamera sollte angemessen gewählt sein. Also wasserdicht, sturmsicher und beständig gegen Vandalismus sowie entsprechend sicher montiert werden. Zudem ist die Überwachung immer mit einem Hinweisschild deutlich zu machen. Wie dieses Schild aussehen muss und welche Inhalte angegeben werden müssen ist in der DSGVO geregelt.

Videoüberwachung am Haus

Bei der eigenen Haustüre ist eine Überwachung am Haus erlaubt, solange keine Bilder von angrenzenden öffentlichen oder nachbarschaftlichen Bereichen aufgenommen werden. Anders verhält es sich bei einem vermieteten Objekt oder eine Wohneinheit mit mehreren Eigentümern. Denn die Anbringung einer Videokamera, die in solchen Gebäuden den Hauseingang, die Wohnanlage oder die Wohnungstüre aufnimmt ist kritisch, da es sich um Flächen handelt, die auch von anderen Eigentümern und Mietern genutzt werden.

Videoüberwachung des Autos

Hier ist der grundlegende Unterschied, ob das Auto selbst bewacht, ober aus dem Auto heraus beobachtet werden soll. Im ersten Fall, wenn es sich um die Diebstahl- und Sabotagesicherheit von außen handelt, gibt es durchaus Möglichkeiten zur Videoüberwachung des Autos. Die Beachtung, wo das Fahrzeug steht ist auch hier entscheidend. Auf dem eigenen Grundstück verhält sich dies anders, als in einer Tiefgarage einer Wohnanlage. Für eine Genehmigung zur Überwachung des Autos auf Bereichen, die auch für andere Personen zugänglich sind, müssen ganz bestimmte Erfordernisse vorhanden sein.

 

Videoüberwachung drinnen

Ein Familien- oder Verwandtschaftsverhältnis ändert nichts an der Regelung der Persönlichkeitsrechte. Diese Vorgaben müssen generell beachtet werden. Die Überwachung von Babys und Kleinkindern stellt noch keine Probleme dar. Kinder ab 14 Jahren haben allerdings ein Recht auf ihre Persönlichkeit. Hier könnten Eltern durchaus in Schwierigkeiten kommen, wenn sie das Kinderzimmer per Videokamera überwachen. Geht es um Dritte, die drinnen videoüberwacht werden sollen, wie beispielsweise die Putzfrau oder der Babysitter, müssen diese Personen in jedem Fall der Beobachtung zustimmen. Also auch bei der Videoüberwachung drinnen lauern rechtliche Gefahren.

Videoüberwachung in der Wohnung

Die eigene Wohnung zu überwachen ist zulässig, solange sich keine Person darin aufhält, deren Persönlichkeitsrechte dadurch verletzt werden könnten. Ansonsten muss diese Person der Videoüberwachung in der Wohnung nachweislich zugestimmt haben. Nur in Extremfällen kann es vorübergehend erlaubt sein eine Überwachung genehmigt zu bekommen. Hier müssen aber gravierende Verdachtsfälle vorliegen. Bei der einzusetzenden Technik kommt es auf die Gegebenheit in der Wohnung an. Für die Videoüberwachung in der Wohnung bieten sich in jedem Fall IP-Kameras an, die über ein Home-Netzwerk an den PC angebunden werden und entweder kabelgebunden, z. B. über das Stromnetz, oder kabellos über WLAN übertragen.

Videoüberwachung der Fenster

Die Anbringung einer Kamera im Inneren zur Überwachung der Fenster ist in Bezug auf den Einbruchschutz soweit kein Problem. Dennoch müssen auch hier die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Somit ist es nicht erlaubt öffentliche Bereiche wie Wege zu filmen. Auch Nachbars Grundstück darf nicht auf den Aufnahmen erscheinen. Zudem sollte die Technik der Videokamera so ausgestattet sein, dass mutmaßliche Einbrecher auf den Bildern auch erkennbar werden, wenn sie durch die Fensterscheibe aufgenommen werden. Nicht alle Kameraarten machen hier verlässliche Aufnahmen. Hierzu muss aber die Übertragungsmöglichkeit auf ein Mobilgerät, wie Smartphone oder Tablet, gegeben sein.

Videoüberwachung der Haustür

Was für die gefilmten Bereich bei Fenstern gilt, gilt auch für die Videoüberwachung an der Haustür. Keine öffentlichen Wege, keine Nachbargrundstücke. Die Überwachung der eigenen Haustür kann aber bei Abwesenheit des Eigentümers oder Bewohners als Einbruchschutz dienen. Sinnvoll ist hier eine IP-Kamera, die per Kabel oder WLAN angebunden wird und eine Live-Ansicht auf das Mobiltelefon überträgt. Dabei sind eine gute Bildqualität sowie eine klare Nachtsicht wichtig. Auch Bewegungsalarme, die nicht zu sensibel eingestellt sind, können einen großen Vorteil für die Videoüberwachung der Haustür bringen.

 

Rechtsgrundlage der Videoüberwachung

Zusätzlichen Schutz und rasche Aufklärung von Straftaten erhoffen sich Menschen durch Videoüberwachung. Im Gegenzug wird die Sorge der ständigen Beobachtung immer größer. Dies führt zur öffentlichen Debatte. Freiheit und Sicherheit werden stetig gegeneinander aufgewogen. Eine umfangreiche Gesetzgebung zum Datenschutz regeln die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen.

Videoüberwachung und Datenschutz

Da die Überwachung in den meisten Bereichen in die Privatsphäre von Menschen eingreift gilt im Zweifel der private Schutz der einzelnen Person. Nicht immer und überall dürfen Kameras montiert werden. Viele Aspekte müssen vor der Installation beachtet werden. Unterschiedliche Gegebenheiten, verschiedene Systeme und Anlässe gilt es genau zu prüfen. Nur wenn die Videoüberwachung mit dem Datenschutz konform ist, erfüllt sie ihren Sinn und Zweck.

DSGVO

Seit 2018 gilt nun die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung). Sie wägt die Interessen der Betreiber und den Bürgerschutz gegeneinander ab. Daher ist eine geplante Videoüberwachungsanlage stets auf Rechtmäßigkeit zu prüfen. Hierbei kommt es immer auf den Einzelfall an. Für die öffentliche Hand, Sicherheits- und Nachrichtendienste gelten generell andere rechtliche Vorgaben als für Unternehmen oder Privatbetreiber.

Videoüberwachung Hinweisschild

In der Regel muss jede Videoüberwachung durch Hinweisschilder gekennzeichnet werden. Diese Hinweisschilder müssen vorgegebenen Normen entsprechen. Nach den Regeln der DSGVO gibt es je nach Art der Videoüberwachung unterschiedliche Informationspflichten und daher auch voneinander abweichende Hinweisschilder.

Speicherdauer der Videodaten

Für die rechtliche Beurteilung ist ausschlaggebend, von wem und wo die Videokamera montiert ist und welches Umfeld bzw. welche Situationen überwacht werden. Auch die technische Ausrüstung ist von entscheidendem Wert. So ist es beispielsweise erlaubt die Überwachung an Tankstellen mit Kfz-Erkennung zu nutzen. In Ausnahmefällen kann bei dringendem Tatverdacht auch in Firmen eine Überwachung mit versteckter Kamera gerechtfertigt sein. Eine Beobachtung zur Gefahrenabwehr, die nicht live verfolgt, sondern nur auf Festplatte gespeichert wird, ist dagegen nicht zulässig, da hier der Zweck der Videoüberwachung verfehlt wird. Wenn allerdings nur das eigene Grundstück aufgenommen wird, gibt es keine rechtlichen Vorgaben dafür, wie lange die Aufnahmen gespeichert werden dürfen.

Löschungsfrist der Videodaten

Die maximale Speicherdauer der Überwachungskamera mit Aufzeichnung auf Festplatte sowie die Löschfristen der Videoüberwachung hängen im Wesentlichen von den bestehenden Umständen ab und müssen ganz individuell geprüft werden. Da, wo die Speicherung von Daten erlaubt ist, ist die Speicherdauer bis zu maximal 72 Stunden erlaubt. Eine Genehmigung bis zu 10 Tagen kann aber erwirkt werden. Hierbei müssen jedoch die Hintergründe im Einzelfall eindeutig begründet werden.

Bußgeld für Videoüberwachung

Der Bußgeldkatalog für Verstöße bei der Videoüberwachung oder der Vernachlässigung der Hinweispflicht ist lang. Bei einer Missachtung der Vorgaben droht nicht nur ein Bußgeld, sondern der Betreiber kann auch zu Schmerzensgeld oder Schadenersatzforderungen herangezogen werden.

Staatliche Förderungen für Videoüberwachung

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) fördert zum Einbruchschutz die Videoüberwachung im privaten Bereich. Bis zu 10 Prozent auf die Investitionskosten bietet der Staat als Förderung an. Die Investitionskosten müssen dabei mindestens 2.000 Euro bis höchstens 15.000 Euro betragen. Entsprechend beträgt die Fördersumme für die private Videoüberwachung mindestens 200 Euro bis maximal 1.500 Euro.

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